Polarlichter Reise: Die besten Orte für Deinen Nordlicht-Urlaub
Polarlichter Reise: Die besten Orte für Deinen Nordlicht-Urlaub
Sie tanzen in leuchtenden Farben am Horizont und locken jedes Jahr viele Menschen in den hohen Norden. Polarlichter sind ein Naturspektakel, das einfach magisch aussieht.
Wir haben die besten Orte für Deine Polarlichter Reise aufgespürt und erzählen Dir, wann Du wohin fahren solltest, um unvergessliche Momente zu sammeln.
Inhalt
Polarlichter Urlaub: Was sind Polarlichter?
Früher rankten sich viele Mythen um Polarlichter: Die Ureinwohner Skandinaviens sagten, die Lichter seien Zeichen der Toten. Mit weißen Tüchern winkten sie ihren verstorbenen Verwandten zu. Andere hielten die roten Lichter für eine Prophezeiung des Himmels – ein Omen, dass bald ein gigantisches Feuer ausbrechen würde.
Heute sind die Polarlichter viel besser erforscht. Wir wissen jetzt, welche physikalische Erklärung dahintersteckt:
Der Ursprung der Lichter ist unsere Sonne. In dem glühenden, heißen Ball aus Gasen brodelt es. Immer wieder schleudert sie winzige energiegeladene Teilchen ins All – vor allem Elektronen und Protonen. Dieser sogenannte Sonnenwind weht auch in Richtung Erde. Die hat jedoch ein Schutzschild – ein Magnetfeld, das wir nicht sehen können. Es leitet den Sonnenwind erfolgreich ab. Nur an zwei Schwachstellen schaffen es die geladenen Teilchen in unsere Atmosphäre zu gelangen. Nämlich an unseren Polen. Hier stoßen sie mit verschiedenen Atomen und Molekülen zusammen und setzen Energien frei, die wir als Polarlichter sehen.
Welche Farbe die tanzenden Lichter dann haben, hängt ganz davon ab, auf welche erdeigenen Atome die Elektronen und Protonen der Sonne treffen. Und in welcher Höhe sie das tun. Wenn sie in 100 Kilometern Höhe auf Sauerstoff stoßen, entsteht ein leuchtendes Grün. Bei 200 Kilometern Höhe sehen wir ein sattes Rot. Blau entsteht, wenn Stickstoff angeregt wird.
Polarlichter Reise: Die schönsten Orte dafür
Wie eben bereits erzählt, treffen die Sonnenwinde nur an zwei Punkten auf unsere Erdatmosphäre – am Nord- und am Südpol. Am Nordpol spricht man dann auch von Nordlichtern oder von Aurora Borealis. Am Südpol heißen sie Südlichter oder Aurora Australis. Für uns ist es am einfachsten, eine Polarlichter Reise in den Norden zu machen. Von Deutschland aus ist der Weg in Richtung Nordpol schließlich deutlich kürzer.
Die schönsten Orte für einen Polarlichter Urlaub befinden sich in Norwegen, Finnland, Schweden und Island. Auch in Kanada lässt sich das nördliche Naturphänomen bewundern, die Anreise dorthin ist von Mitteleuropa aus allerdings ungleich länger.
Norwegen
Ganz Nordnorwegen liegt im Polarlichtoval. Der Nordlicht-Gürtel verläuft über die Inselgruppe Lofoten, entlang der Küste über Tromsø bis zum Nordkap. Die schönsten Spots sind Uttakleiv Beach, Haukland Beach und Skagsanden Beach. Auf der Insel Andøya gibt es sogar ein Polarlichter-Forschungszentrum, in dem Dir alles anschaulich erklärt wird. Ruhiger geht es auf der Insel Senja zu.
Finnland
Für Deine Polarlichter Reise bietet sich Nordlappland ganz besonders an. Die Top-Tipps sind Rovaniemi – das Zuhause vom Weihnachtsmann –, Ivalo, Inari und Kuusamo.
Schweden
Der Nationalpark Abisko zählt zu den weltweit besten Plätzen zum Bewundern von Polarlichtern. Auch Kiruna und Åre sind wundervolle Reiseziele, wenn Du tagsüber Wintersport betreiben oder Schneewanderungen machen willst.
Island
Wenn Du Deinen Polarlichter Urlaub mit Ausflügen in beeindruckende Natur verbinden möchtest, ist der Thingvellir-Nationalpark Dein Traumziel. Hier treffen die amerikanische und die eurasische tektonische Platte aufeinander, was zu Felsformationen, Spalten und Schluchten führt. Weniger touristisch und fast noch schöner: die Halbinsel Snæfellsnes.
Übrigens kannst Du Deine Polarlichter Reise auch auf die Färöer Inseln, die Shetlandinseln oder nach Grönland machen. Hier hält sich das touristische Angebot jedoch noch ziemlich in Grenzen.
Wann ist die beste Zeit für eine Polarlichter Reise?
Polarlichter gibt es nicht 365 Tage im Jahr. In Nordlappland ist das Spektakel in etwa 200 Nächten zu sehen. Die Nordlichter-Saison beginnt Ende August und geht dann bis Anfang April. Am besten planst Du Deinen Polarlichter Urlaub für den September, Oktober, Februar oder März ein. In diesen Monaten ist die Chance am größten, die tanzenden Lichter am Himmel zu sehen. Wenn Du noch mehr Winteraction haben möchtest, sind aber auch Dezember und Januar super.
Was den Zeitpunkt noch perfekter macht: ein klarer, wolkenloser Himmel und möglichst viel Dunkelheit. Klar, da gehört auch Glück dazu, dass Du genau dann im Polarlichter Urlaub bist, wenn diese Umstände gegeben sind. Mittlerweile gibt es aber auch viele Apps, die Dir dabei helfen, die beste Zeit zu finden.
Beste Reisezeiten je Region
Nicht alle Reiseziele bieten in jedem Monat die gleiche Chance auf Polarlichter. Hier ein Überblick, wann Du in welchen Regionen die besten Chancen hast:
| Region | Beste Monate | Gut zu wissen |
| Norwegen | Oktober bis März | Besonders im Februar sind die Nächte lang, klar und oft sehr stabil. Rund um Tromsø lohnt sich Ende Januar ein Blick auf das örtliche Polarlicht-Festival. |
| Finnland | Ende August bis Anfang April | In Nordlappland gibt es zwischen November und Februar die dunkelsten Nächte – perfekt für eine klare Sicht. |
| Schweden | Dezember bis März | Besonders in Nationalparks wie Abisko, die von einem Mikroklima profitieren, sind die Nächte oft klarer als in anderen Regionen. |
| Island | September bis März | Der Januar ist besonders beliebt. Durch die geringe Lichtverschmutzung in vielen Regionen hast Du selbst an wolkigen Tagen Chancen auf Sichtungen. |
Polarlichter Reise: 3 außergewöhnliche Touren
Über die besten Orte für Deine Reise zu den Polarlichtern haben wir bereits gesprochen. Jetzt werden wir noch konkreter. Wir haben Dir drei außergewöhnliche Reiseideen herausgesucht:
Polarlichter Urlaub mit Huskys und Walen
In Tromsø und Umgebung gibt es viel zu erleben. Norwegens größte Stadt oberhalb des Polarkreises lädt dazu ein, durch die charmanten Gassen zu bummeln, mit der Seilbahn auf den Berg Storsteinen zu fahren oder Schneeschuhwanderungen zu unternehmen.
Deine Reise kannst Du Dir ganz individuell zusammenstellen, es gibt aber auch Veranstalter, die alle Highlights für Dich planen. Typische Fünf-Tages-Pakete verbinden Whale Watching, Huskyschlittenfahren und Polarlichtertouren miteinander – um An- und Abreise kümmerst Du Dich dann selbst.
Nach Norwegen musst Du für den Polarlichter Urlaub übrigens nicht zwingend fliegen. Täglich verkehren Fähren zwischen Kiel und Oslo, von dort geht es mit Bahn oder Inlandsflug weiter in den Norden.
Nordlicht-Tour durch die Wildnis
Rund um Rovaniemi starten geführte Touren, die Dich rund 100 Kilometer weiter in den Norden bringen. Erfahrene Guides kennen die Orte, an denen die Polarlichter am besten zu sehen sind, und steuern an einem Abend gleich mehrere davon an.
Was daran besonders schön ist: Du erlebst nicht nur das Naturspektakel am Himmel, sondern auch um Dich herum. Es geht im Schnee durch Wälder und über Wiesen. Die Luft ist klar, der Horizont unendlich.
Du möchtest das Allround-Paket? Dann lohnt sich eine mehrtägige Rundreise, die den Besuch einer Rentier-Farm, eine Exkursion zum Eisfischen und eine Hundeschlittenfahrt miteinander verbindet.
Polarlichter Urlaub mit der Familie
Du möchtest als Familie eine spannende Polarlichter Reise machen? Die Aurora Sky Station in Björkliden ist einer der besten Orte, um die Nordlichter mit Kindern zu sehen – ohne noch weiter in Richtung Arktis unterwegs zu sein.
Mit einem Lift werdet Ihr auf den 900 Meter hohen Berg zum Observatorium gefahren. Ihr gleitet durch die stille Nacht, habt den Schnee unter und die Polarlichter über Euch und könnt Euch ganz entspannt zurücklehnen. Oben erwarten Euch ein Aussichtsturm und eine große Terrasse mit Blick auf die Berge und – klar – die Polarlichter.
In der Umgebung gibt es familienfreundliche Hotels, von denen aus sich der Polarlichter Urlaub um Tagesausflüge auf die Skipiste ergänzen lässt.
Bei allen Reisen zu den Polarlichtern empfehlen wir Dir, eine großzügige Reisedauer einzuplanen. Denn dann hast Du viel mehr Zeit, alles zu genießen und noch mehr zu sehen. Die Faustregel lautet: Je weiter es für Dich weggeht, umso länger solltest Du an Deinem Urlaubsziel bleiben.
Für eine Polarlichter Reise empfehlen viele mindestens 10 Tage, besser sind zwei Wochen. So erhöhst Du auch die Chance, mehr Polarlichter zu sehen. Welche Größe für so eine Reisedauer sinnvoll ist, siehst Du in unserer Übersicht der Koffer.


Geheimtipps für magische Polarlichter-Momente
Neben den bekannten Spots gibt es versteckte Orte, die weniger überlaufen und oft noch beeindruckender sind. Hier sind einige Geheimtipps, die Deine Reise besonders machen:
Norwegen
Abseits der bekannten Lofoten kannst Du in der kleinen Inselgruppe Vesterålen die Nordlichter beobachten. Besonders ruhig und romantisch ist die Umgebung rund um Nyksund, ein charmantes Fischerdorf. Ein weiterer Tipp: die Lyngenalpen, eine Region mit dramatischen Fjorden und schneebedeckten Bergen, die als atemberaubende Kulisse für die Polarlichter dient.
Island
Weniger touristisch als die Hauptstadtregion sind die Westfjorde. Hier erlebst Du ungestörte Polarlichtnächte, besonders in Orten wie Ísafjörður oder Patreksfjörður. Der Mývatn-See im Norden Islands bietet nicht nur ein fantastisches Nordlicht-Panorama, sondern auch die Möglichkeit, im warmen Thermalwasser unter dem Himmel der Aurora Borealis zu entspannen.
Finnland
Neben den bekannten Orten wie Rovaniemi ist Kittilä ein echter Geheimtipp. Hier gibt es urige Blockhütten, und die Polarlichter kannst Du oft direkt von Deinem Fenster aus bestaunen. Für Abenteuerlustige lohnt sich ein Ausflug in den Oulanka-Nationalpark, wo Du unberührte Natur und das faszinierende Lichterspiel am Himmel erlebst.
Schweden
In der Tärnaby-Hemavan-Region kannst Du nicht nur die Nordlichter bewundern, sondern auch abseits der Masse Skitouren oder Schneeschuhwanderungen unternehmen. Ein echter Geheimtipp für Familien und Naturliebhaber.
Polarlichter Urlaub: Was kostet eine Reise zu den Polarlichtern?
Wie viel eine Polarlichter Reise kostet, ist ganz abhängig von Deinen Ansprüchen, der Reisedauer, dem Zielort und all den anderen Aktivitäten, die Du unternehmen möchtest.
Wenn Du Deinen Urlaub selbst planst – zum Beispiel sieben Tage in Tromsø –, beginnen die Kosten je nach Saison und Buchungszeitpunkt im niedrigen vierstelligen Bereich. Organisierte Individualreisen mit Ausflugsprogramm liegen deutlich darüber. Es liegt also ganz bei Dir, wie viel Du für einen Polarlichter Urlaub ausgibst.
In jedem Fall können wir Dir sagen: Eine Reise zu den Polarlichtern ist jeden Cent wert.
Stand der Angaben
Die Preisangaben sind Orientierungswerte mit Stand August 2026 und hängen stark von Saison, Buchungszeitpunkt und Abflughafen ab. In der Hochsaison rund um Weihnachten und Neujahr liegen sie deutlich höher. Prüfe die aktuellen Preise vor Deiner Buchung.
Praktische Hinweise für Deine Polarlichter Reise
Eine Reise in den hohen Norden erfordert spezielle Vorbereitung. Mit dieser Liste bist Du bestens gerüstet:
Kleidung
- Thermounterwäsche, am besten aus Merinowolle
- Wasserdichte, isolierte Jacke und Hose
- Warme Handschuhe und Mütze
- Dicke Socken und gefütterte Winterstiefel
Zubehör
- Kamera: idealerweise eine DSLR oder Systemkamera mit manuellen Einstellungen
- Stativ: essenziell für klare Langzeitaufnahmen
- Thermoskanne: für heißen Tee oder Kaffee, während Du auf die Lichter wartest
- Powerbank: Kälte kann die Akkulaufzeit drastisch verkürzen
Sonstiges
- Eine Stirnlampe mit Rotlichtmodus, damit Deine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen
- Snacks und Decken, falls Du lange draußen wartest
Winterkleidung trägt auf: Daunenjacke, Stiefel und Thermosachen brauchen spürbar mehr Platz als Sommergarderobe. Für eine Polarlichter Reise von zehn Tagen bis zwei Wochen lohnt sich deshalb ein großer Koffer. Reist Ihr als Familie, ist ein Koffer-Set praktisch, weil sich die Größen je nach Reise neu kombinieren lassen.
Kamera, Stativ und Powerbank nimmst Du am besten im Handgepäck mit. Zum einen, weil Kälte im Frachtraum den Akkus zusetzt, zum anderen, weil Powerbanks dort ohnehin nicht transportiert werden dürfen. Welche Maße und Gewichte die Airlines erlauben, steht im Handgepäck-Ratgeber.
Polarlichter Apps und Tools – Dein virtueller Helfer
Die perfekte Polarlichter Nacht hängt von mehreren Faktoren ab: Solaraktivität, Wetter und Dunkelheit. Es gibt inzwischen mehrere Apps und Webdienste, die genau diese drei Werte zusammenführen und Dir eine Prognose für die kommenden Stunden liefern.
- Apps mit Kartenansicht und Push-Benachrichtigung melden sich, sobald die Aktivität in Deiner Region ansteigt.
- Dienste mit lokalem Fokus auf Skandinavien kombinieren die Polarlicht-Prognose mit einer Wolkenvorhersage.
- Echtzeitkarten zur Sonnenaktivität zeigen, wie stark der Sonnenwind gerade auf die Erdatmosphäre trifft.
Fototipps – So fotografierst Du die Polarlichter
Polarlichter zu fotografieren ist eine Kunst, aber mit diesen Tipps gelingt es Dir:
Manuelle Einstellungen verwenden
- Blende: F/2.8 oder kleiner
- Belichtungszeit: 5 bis 30 Sekunden, abhängig von der Lichtintensität
- ISO: 800 bis 1600
Fokussierung
- Stelle den Fokus manuell auf „unendlich". Nutze helle Sterne, um scharfzustellen.
Standort
- Suche Dir einen Ort mit möglichst wenig Lichtverschmutzung.
Timing
- Schalte Deine Kamera früh ein und probiere verschiedene Einstellungen aus. Polarlichter können sich schnell verändern.
Häufig gestellte Fragen zu Polarlichtern
Wie hoch ist die Chance, Polarlichter wirklich zu sehen?
In Nordlappland ist das Spektakel in etwa 200 Nächten pro Jahr grundsätzlich möglich. Ob Du es siehst, hängt zusätzlich von Wolken und Dunkelheit ab. Plane deshalb mehrere Nächte ein: Bei einer Woche vor Ort stehen die Chancen deutlich besser als bei einem Wochenendtrip.
Zu welcher Uhrzeit sieht man Polarlichter am besten?
Die aktivste Zeit liegt meist zwischen 21 und 2 Uhr, mit einem Schwerpunkt um Mitternacht. Sichtungen sind aber auch früher am Abend möglich. Halte Dich bereit und schau regelmäßig nach draußen, die Lichter können innerhalb weniger Minuten auftauchen und wieder verschwinden.
Braucht man für Polarlichter eine geführte Tour?
Nötig ist sie nicht, hilfreich aber schon. Guides kennen die Orte mit wenig Lichtverschmutzung, fahren bei Bewölkung gezielt in andere Gebiete und wissen, wo es windgeschützt ist. Wer einen Mietwagen hat und sich auskennt, kommt auch allein zurecht.
Wie kalt wird es bei einer Polarlichter Reise?
Im Landesinneren von Lappland sind zwischen Dezember und Februar Temperaturen von minus 20 Grad und darunter normal. An der norwegischen Küste bleibt es durch den Golfstrom milder. Entscheidend ist das Zwiebelprinzip und dass Du beim Warten nicht auskühlst.
Kann man Polarlichter mit dem Handy fotografieren?
Aktuelle Smartphones schaffen das im Nachtmodus überraschend gut, vor allem bei kräftigen Polarlichtern. Ein kleines Stativ hilft enorm, weil die Belichtungszeit mehrere Sekunden beträgt. Für schwächere Erscheinungen bleibt eine Kamera mit manuellen Einstellungen die bessere Wahl.
Welches Gepäck brauche ich für eine Polarlichter Reise?
Für zehn Tage bis zwei Wochen ist ein großer Koffer die richtige Wahl, weil Winterkleidung viel Volumen braucht. Kamera, Stativ und Powerbank gehören ins Handgepäck. Powerbanks dürfen ohnehin nicht in den Frachtraum, und die Kälte dort setzt Akkus zu.
Sie tanzen in leuchtenden Farben am Horizont und locken jedes Jahr viele Menschen in den hohen Norden. Polarlichter sind ein Naturspektakel, das einfach magisch aussieht.
Wir haben die besten Orte für Deine Polarlichter Reise aufgespürt und erzählen Dir, wann Du wohin fahren solltest, um unvergessliche Momente zu sammeln.
Inhalt
Polarlichter Urlaub: Was sind Polarlichter?
Früher rankten sich viele Mythen um Polarlichter: Die Ureinwohner Skandinaviens sagten, die Lichter seien Zeichen der Toten. Mit weißen Tüchern winkten sie ihren verstorbenen Verwandten zu. Andere hielten die roten Lichter für eine Prophezeiung des Himmels – ein Omen, dass bald ein gigantisches Feuer ausbrechen würde.
Heute sind die Polarlichter viel besser erforscht. Wir wissen jetzt, welche physikalische Erklärung dahintersteckt:
Der Ursprung der Lichter ist unsere Sonne. In dem glühenden, heißen Ball aus Gasen brodelt es. Immer wieder schleudert sie winzige energiegeladene Teilchen ins All – vor allem Elektronen und Protonen. Dieser sogenannte Sonnenwind weht auch in Richtung Erde. Die hat jedoch ein Schutzschild – ein Magnetfeld, das wir nicht sehen können. Es leitet den Sonnenwind erfolgreich ab. Nur an zwei Schwachstellen schaffen es die geladenen Teilchen in unsere Atmosphäre zu gelangen. Nämlich an unseren Polen. Hier stoßen sie mit verschiedenen Atomen und Molekülen zusammen und setzen Energien frei, die wir als Polarlichter sehen.
Welche Farbe die tanzenden Lichter dann haben, hängt ganz davon ab, auf welche erdeigenen Atome die Elektronen und Protonen der Sonne treffen. Und in welcher Höhe sie das tun. Wenn sie in 100 Kilometern Höhe auf Sauerstoff stoßen, entsteht ein leuchtendes Grün. Bei 200 Kilometern Höhe sehen wir ein sattes Rot. Blau entsteht, wenn Stickstoff angeregt wird.
Polarlichter Reise: Die schönsten Orte dafür
Wie eben bereits erzählt, treffen die Sonnenwinde nur an zwei Punkten auf unsere Erdatmosphäre – am Nord- und am Südpol. Am Nordpol spricht man dann auch von Nordlichtern oder von Aurora Borealis. Am Südpol heißen sie Südlichter oder Aurora Australis. Für uns ist es am einfachsten, eine Polarlichter Reise in den Norden zu machen. Von Deutschland aus ist der Weg in Richtung Nordpol schließlich deutlich kürzer.
Die schönsten Orte für einen Polarlichter Urlaub befinden sich in Norwegen, Finnland, Schweden und Island. Auch in Kanada lässt sich das nördliche Naturphänomen bewundern, die Anreise dorthin ist von Mitteleuropa aus allerdings ungleich länger.
Norwegen
Ganz Nordnorwegen liegt im Polarlichtoval. Der Nordlicht-Gürtel verläuft über die Inselgruppe Lofoten, entlang der Küste über Tromsø bis zum Nordkap. Die schönsten Spots sind Uttakleiv Beach, Haukland Beach und Skagsanden Beach. Auf der Insel Andøya gibt es sogar ein Polarlichter-Forschungszentrum, in dem Dir alles anschaulich erklärt wird. Ruhiger geht es auf der Insel Senja zu.
Finnland
Für Deine Polarlichter Reise bietet sich Nordlappland ganz besonders an. Die Top-Tipps sind Rovaniemi – das Zuhause vom Weihnachtsmann –, Ivalo, Inari und Kuusamo.
Schweden
Der Nationalpark Abisko zählt zu den weltweit besten Plätzen zum Bewundern von Polarlichtern. Auch Kiruna und Åre sind wundervolle Reiseziele, wenn Du tagsüber Wintersport betreiben oder Schneewanderungen machen willst.
Island
Wenn Du Deinen Polarlichter Urlaub mit Ausflügen in beeindruckende Natur verbinden möchtest, ist der Thingvellir-Nationalpark Dein Traumziel. Hier treffen die amerikanische und die eurasische tektonische Platte aufeinander, was zu Felsformationen, Spalten und Schluchten führt. Weniger touristisch und fast noch schöner: die Halbinsel Snæfellsnes.
Übrigens kannst Du Deine Polarlichter Reise auch auf die Färöer Inseln, die Shetlandinseln oder nach Grönland machen. Hier hält sich das touristische Angebot jedoch noch ziemlich in Grenzen.
Wann ist die beste Zeit für eine Polarlichter Reise?
Polarlichter gibt es nicht 365 Tage im Jahr. In Nordlappland ist das Spektakel in etwa 200 Nächten zu sehen. Die Nordlichter-Saison beginnt Ende August und geht dann bis Anfang April. Am besten planst Du Deinen Polarlichter Urlaub für den September, Oktober, Februar oder März ein. In diesen Monaten ist die Chance am größten, die tanzenden Lichter am Himmel zu sehen. Wenn Du noch mehr Winteraction haben möchtest, sind aber auch Dezember und Januar super.
Was den Zeitpunkt noch perfekter macht: ein klarer, wolkenloser Himmel und möglichst viel Dunkelheit. Klar, da gehört auch Glück dazu, dass Du genau dann im Polarlichter Urlaub bist, wenn diese Umstände gegeben sind. Mittlerweile gibt es aber auch viele Apps, die Dir dabei helfen, die beste Zeit zu finden.
Beste Reisezeiten je Region
Nicht alle Reiseziele bieten in jedem Monat die gleiche Chance auf Polarlichter. Hier ein Überblick, wann Du in welchen Regionen die besten Chancen hast:
| Region | Beste Monate | Gut zu wissen |
| Norwegen | Oktober bis März | Besonders im Februar sind die Nächte lang, klar und oft sehr stabil. Rund um Tromsø lohnt sich Ende Januar ein Blick auf das örtliche Polarlicht-Festival. |
| Finnland | Ende August bis Anfang April | In Nordlappland gibt es zwischen November und Februar die dunkelsten Nächte – perfekt für eine klare Sicht. |
| Schweden | Dezember bis März | Besonders in Nationalparks wie Abisko, die von einem Mikroklima profitieren, sind die Nächte oft klarer als in anderen Regionen. |
| Island | September bis März | Der Januar ist besonders beliebt. Durch die geringe Lichtverschmutzung in vielen Regionen hast Du selbst an wolkigen Tagen Chancen auf Sichtungen. |
Polarlichter Reise: 3 außergewöhnliche Touren
Über die besten Orte für Deine Reise zu den Polarlichtern haben wir bereits gesprochen. Jetzt werden wir noch konkreter. Wir haben Dir drei außergewöhnliche Reiseideen herausgesucht:
Polarlichter Urlaub mit Huskys und Walen
In Tromsø und Umgebung gibt es viel zu erleben. Norwegens größte Stadt oberhalb des Polarkreises lädt dazu ein, durch die charmanten Gassen zu bummeln, mit der Seilbahn auf den Berg Storsteinen zu fahren oder Schneeschuhwanderungen zu unternehmen.
Deine Reise kannst Du Dir ganz individuell zusammenstellen, es gibt aber auch Veranstalter, die alle Highlights für Dich planen. Typische Fünf-Tages-Pakete verbinden Whale Watching, Huskyschlittenfahren und Polarlichtertouren miteinander – um An- und Abreise kümmerst Du Dich dann selbst.
Nach Norwegen musst Du für den Polarlichter Urlaub übrigens nicht zwingend fliegen. Täglich verkehren Fähren zwischen Kiel und Oslo, von dort geht es mit Bahn oder Inlandsflug weiter in den Norden.
Nordlicht-Tour durch die Wildnis
Rund um Rovaniemi starten geführte Touren, die Dich rund 100 Kilometer weiter in den Norden bringen. Erfahrene Guides kennen die Orte, an denen die Polarlichter am besten zu sehen sind, und steuern an einem Abend gleich mehrere davon an.
Was daran besonders schön ist: Du erlebst nicht nur das Naturspektakel am Himmel, sondern auch um Dich herum. Es geht im Schnee durch Wälder und über Wiesen. Die Luft ist klar, der Horizont unendlich.
Du möchtest das Allround-Paket? Dann lohnt sich eine mehrtägige Rundreise, die den Besuch einer Rentier-Farm, eine Exkursion zum Eisfischen und eine Hundeschlittenfahrt miteinander verbindet.
Polarlichter Urlaub mit der Familie
Du möchtest als Familie eine spannende Polarlichter Reise machen? Die Aurora Sky Station in Björkliden ist einer der besten Orte, um die Nordlichter mit Kindern zu sehen – ohne noch weiter in Richtung Arktis unterwegs zu sein.
Mit einem Lift werdet Ihr auf den 900 Meter hohen Berg zum Observatorium gefahren. Ihr gleitet durch die stille Nacht, habt den Schnee unter und die Polarlichter über Euch und könnt Euch ganz entspannt zurücklehnen. Oben erwarten Euch ein Aussichtsturm und eine große Terrasse mit Blick auf die Berge und – klar – die Polarlichter.
In der Umgebung gibt es familienfreundliche Hotels, von denen aus sich der Polarlichter Urlaub um Tagesausflüge auf die Skipiste ergänzen lässt.
Bei allen Reisen zu den Polarlichtern empfehlen wir Dir, eine großzügige Reisedauer einzuplanen. Denn dann hast Du viel mehr Zeit, alles zu genießen und noch mehr zu sehen. Die Faustregel lautet: Je weiter es für Dich weggeht, umso länger solltest Du an Deinem Urlaubsziel bleiben.
Für eine Polarlichter Reise empfehlen viele mindestens 10 Tage, besser sind zwei Wochen. So erhöhst Du auch die Chance, mehr Polarlichter zu sehen. Welche Größe für so eine Reisedauer sinnvoll ist, siehst Du in unserer Übersicht der Koffer.


Geheimtipps für magische Polarlichter-Momente
Neben den bekannten Spots gibt es versteckte Orte, die weniger überlaufen und oft noch beeindruckender sind. Hier sind einige Geheimtipps, die Deine Reise besonders machen:
Norwegen
Abseits der bekannten Lofoten kannst Du in der kleinen Inselgruppe Vesterålen die Nordlichter beobachten. Besonders ruhig und romantisch ist die Umgebung rund um Nyksund, ein charmantes Fischerdorf. Ein weiterer Tipp: die Lyngenalpen, eine Region mit dramatischen Fjorden und schneebedeckten Bergen, die als atemberaubende Kulisse für die Polarlichter dient.
Island
Weniger touristisch als die Hauptstadtregion sind die Westfjorde. Hier erlebst Du ungestörte Polarlichtnächte, besonders in Orten wie Ísafjörður oder Patreksfjörður. Der Mývatn-See im Norden Islands bietet nicht nur ein fantastisches Nordlicht-Panorama, sondern auch die Möglichkeit, im warmen Thermalwasser unter dem Himmel der Aurora Borealis zu entspannen.
Finnland
Neben den bekannten Orten wie Rovaniemi ist Kittilä ein echter Geheimtipp. Hier gibt es urige Blockhütten, und die Polarlichter kannst Du oft direkt von Deinem Fenster aus bestaunen. Für Abenteuerlustige lohnt sich ein Ausflug in den Oulanka-Nationalpark, wo Du unberührte Natur und das faszinierende Lichterspiel am Himmel erlebst.
Schweden
In der Tärnaby-Hemavan-Region kannst Du nicht nur die Nordlichter bewundern, sondern auch abseits der Masse Skitouren oder Schneeschuhwanderungen unternehmen. Ein echter Geheimtipp für Familien und Naturliebhaber.
Polarlichter Urlaub: Was kostet eine Reise zu den Polarlichtern?
Wie viel eine Polarlichter Reise kostet, ist ganz abhängig von Deinen Ansprüchen, der Reisedauer, dem Zielort und all den anderen Aktivitäten, die Du unternehmen möchtest.
Wenn Du Deinen Urlaub selbst planst – zum Beispiel sieben Tage in Tromsø –, beginnen die Kosten je nach Saison und Buchungszeitpunkt im niedrigen vierstelligen Bereich. Organisierte Individualreisen mit Ausflugsprogramm liegen deutlich darüber. Es liegt also ganz bei Dir, wie viel Du für einen Polarlichter Urlaub ausgibst.
In jedem Fall können wir Dir sagen: Eine Reise zu den Polarlichtern ist jeden Cent wert.
Stand der Angaben
Die Preisangaben sind Orientierungswerte mit Stand August 2026 und hängen stark von Saison, Buchungszeitpunkt und Abflughafen ab. In der Hochsaison rund um Weihnachten und Neujahr liegen sie deutlich höher. Prüfe die aktuellen Preise vor Deiner Buchung.
Praktische Hinweise für Deine Polarlichter Reise
Eine Reise in den hohen Norden erfordert spezielle Vorbereitung. Mit dieser Liste bist Du bestens gerüstet:
Kleidung
- Thermounterwäsche, am besten aus Merinowolle
- Wasserdichte, isolierte Jacke und Hose
- Warme Handschuhe und Mütze
- Dicke Socken und gefütterte Winterstiefel
Zubehör
- Kamera: idealerweise eine DSLR oder Systemkamera mit manuellen Einstellungen
- Stativ: essenziell für klare Langzeitaufnahmen
- Thermoskanne: für heißen Tee oder Kaffee, während Du auf die Lichter wartest
- Powerbank: Kälte kann die Akkulaufzeit drastisch verkürzen
Sonstiges
- Eine Stirnlampe mit Rotlichtmodus, damit Deine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen
- Snacks und Decken, falls Du lange draußen wartest
Winterkleidung trägt auf: Daunenjacke, Stiefel und Thermosachen brauchen spürbar mehr Platz als Sommergarderobe. Für eine Polarlichter Reise von zehn Tagen bis zwei Wochen lohnt sich deshalb ein großer Koffer. Reist Ihr als Familie, ist ein Koffer-Set praktisch, weil sich die Größen je nach Reise neu kombinieren lassen.
Kamera, Stativ und Powerbank nimmst Du am besten im Handgepäck mit. Zum einen, weil Kälte im Frachtraum den Akkus zusetzt, zum anderen, weil Powerbanks dort ohnehin nicht transportiert werden dürfen. Welche Maße und Gewichte die Airlines erlauben, steht im Handgepäck-Ratgeber.
Polarlichter Apps und Tools – Dein virtueller Helfer
Die perfekte Polarlichter Nacht hängt von mehreren Faktoren ab: Solaraktivität, Wetter und Dunkelheit. Es gibt inzwischen mehrere Apps und Webdienste, die genau diese drei Werte zusammenführen und Dir eine Prognose für die kommenden Stunden liefern.
- Apps mit Kartenansicht und Push-Benachrichtigung melden sich, sobald die Aktivität in Deiner Region ansteigt.
- Dienste mit lokalem Fokus auf Skandinavien kombinieren die Polarlicht-Prognose mit einer Wolkenvorhersage.
- Echtzeitkarten zur Sonnenaktivität zeigen, wie stark der Sonnenwind gerade auf die Erdatmosphäre trifft.
Fototipps – So fotografierst Du die Polarlichter
Polarlichter zu fotografieren ist eine Kunst, aber mit diesen Tipps gelingt es Dir:
Manuelle Einstellungen verwenden
- Blende: F/2.8 oder kleiner
- Belichtungszeit: 5 bis 30 Sekunden, abhängig von der Lichtintensität
- ISO: 800 bis 1600
Fokussierung
- Stelle den Fokus manuell auf „unendlich". Nutze helle Sterne, um scharfzustellen.
Standort
- Suche Dir einen Ort mit möglichst wenig Lichtverschmutzung.
Timing
- Schalte Deine Kamera früh ein und probiere verschiedene Einstellungen aus. Polarlichter können sich schnell verändern.
Häufig gestellte Fragen zu Polarlichtern
Wie hoch ist die Chance, Polarlichter wirklich zu sehen?
In Nordlappland ist das Spektakel in etwa 200 Nächten pro Jahr grundsätzlich möglich. Ob Du es siehst, hängt zusätzlich von Wolken und Dunkelheit ab. Plane deshalb mehrere Nächte ein: Bei einer Woche vor Ort stehen die Chancen deutlich besser als bei einem Wochenendtrip.
Zu welcher Uhrzeit sieht man Polarlichter am besten?
Die aktivste Zeit liegt meist zwischen 21 und 2 Uhr, mit einem Schwerpunkt um Mitternacht. Sichtungen sind aber auch früher am Abend möglich. Halte Dich bereit und schau regelmäßig nach draußen, die Lichter können innerhalb weniger Minuten auftauchen und wieder verschwinden.
Braucht man für Polarlichter eine geführte Tour?
Nötig ist sie nicht, hilfreich aber schon. Guides kennen die Orte mit wenig Lichtverschmutzung, fahren bei Bewölkung gezielt in andere Gebiete und wissen, wo es windgeschützt ist. Wer einen Mietwagen hat und sich auskennt, kommt auch allein zurecht.
Wie kalt wird es bei einer Polarlichter Reise?
Im Landesinneren von Lappland sind zwischen Dezember und Februar Temperaturen von minus 20 Grad und darunter normal. An der norwegischen Küste bleibt es durch den Golfstrom milder. Entscheidend ist das Zwiebelprinzip und dass Du beim Warten nicht auskühlst.
Kann man Polarlichter mit dem Handy fotografieren?
Aktuelle Smartphones schaffen das im Nachtmodus überraschend gut, vor allem bei kräftigen Polarlichtern. Ein kleines Stativ hilft enorm, weil die Belichtungszeit mehrere Sekunden beträgt. Für schwächere Erscheinungen bleibt eine Kamera mit manuellen Einstellungen die bessere Wahl.
Welches Gepäck brauche ich für eine Polarlichter Reise?
Für zehn Tage bis zwei Wochen ist ein großer Koffer die richtige Wahl, weil Winterkleidung viel Volumen braucht. Kamera, Stativ und Powerbank gehören ins Handgepäck. Powerbanks dürfen ohnehin nicht in den Frachtraum, und die Kälte dort setzt Akkus zu.